Das jüngste Gerücht

Da sitzt der Pressesprecher eines weitgehend unbekannten Startup-Unternehmens, mit dem ich schon mal telefoniert habe und den ich für absolut integer halte, im Zug neben Leuten, die sich angeblich über einen Transfer von Michael Ballack zum Hamburger SV unterhalten.

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Recherchierverbot in der Wikipedia

Wikipedia und kein Ende! Wenn eine Zeitung wollte, könnte sie jeden Tag seitenweise Fehler aus der Internet-Enzyklopädie veröffentlichen – was wohl auf Dauer langweilig wäre. Doch die Zahl der Wikipedia-Fehler mit Folgen steigt. Am Freitag berichtete etwa die britische BBC über ihren Premierminister Gordon Brown, der in einer Rede ein falsches Alter des Malers Tizian genannt haben soll. Prompt geißelte ihn der konservative Oppositionsführer dafür im Unterhaus. Weil aber die Wikipedia zu diesem Zeitpunkt die Angaben Browns bestätigte, änderte ein Mitarbeiter der Opposition den entsprechenden Eintrag kurzerhand – was kurz darauf wiederum von anderen Internetnutzern entlarvt wurde. Wahr ist letzten Endes nur, dass Tizian in hohem Alter Bilder gemalt hat, denn nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Quellen weiß man nicht genau, wie alt Tizian geworden ist.

Man muss vielleicht nicht so weit gehen wie der Bremer „Weser-Kurier“: Dort ist in der kompletten Zeitungsredaktion die Wikipedia systemtechnisch gesperrt. Und das bereits seit zwei Jahren, wie ihr neuer Chefredakteur Lars Haider bestätigte. Die Internetsammlung passe nicht zu den Qualitätsansprüchen seines Hauses. „Wir vertrauen dem Internet grundsätzlich nicht. Die Versuchung wäre besonders bei der Wikipedia groß, ihre Inhalte als Wahrheit zu nehmen. Alles was aus dem Internet kommt, wird nachrecherchiert“, behauptet Haider und verwies auf ein Archiv mit fünf Mitarbeitern für diese Aufgabe. Wir wollen mal hoffen, dass die nicht nur googeln – die Suchmaschine ist bei den Bremern freigeschaltet.