In sozialen Netzen: Vom Crowdsourcing und Selbstentblößungen

Da kann etwas nicht stimmen. Höchstens 15 Freunde hat ein durchschnittlicher Mensch nach Überzeugung vieler Soziologen. Doch in den sozialen Netzen, die als neues „großes Ding“ des Internets gelten, protzen Teilnehmer mit 100, 200 und teilweise gar einer vierstelligen Anzahl an Freunden. Ist das Internet in den 20 Jahren seines Bestehens zu einem Ort geworden, an dem sich alle lieb haben?

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Wie das Internet das Radio revolutioniert

(c) tomaradze, http://www.flickr.com/photos/no_means_no/2066057933/
Radio aus vergangener Zeit: Bis zu 15.000 Webradios sind übers Internet abrufbar. (Foto: (c) tomaradze)

Die Deutschen besitzen rund 300 Millionen Radioempfänger – vom Wecker über die Stereoanlage bis zum Autoradio. Eigentlich reicht das. Dennoch kommen in jüngster Zeit neue Empfangsgeräte hinzu: internetbasierte Radios, die das Hör-Erlebnis verändern. Mehr als eine Millionen Webradios wurden Schätzungen zufolge bereits in Deutschland verkauft.

Die neuen Dienste und Techniken sorgen für eine viel größere mögliche Reichweite der Sender: Radio ffn, N-Joy und Co. senden nicht mehr nur in der Norddeutschen Tiefebene. Sie werden so auch auf Mallorca, in Bayern und in San Francisco empfangbar. Andererseits werden in Pattensen, Peine und Poggenhagen nun auch neue konkurrierende Radiosender ausgestrahlt – etwa das „Familyradio“ aus San Francisco, Radio Guiniguada 105.9 FM aus Las Palmas und Antenne Bayern aus München. Radio aus dem Internet verbreitert die Vielfalt. Schätzungen zufolge sind bis zu 15.000 Sender übers Web abrufbar. Darunter sind neben den klassischen Kanälen wie NDR, Antenne und ffn allerhand Kanäle aus Übersee, Spartenprogramme, Exoten wie der Polizeifunk aus Canberra in Australien – und prinzipiell sogar die fürs Web freigeschalteten MP3-Sammlungen von Musikliebhabern aus aller Welt. Weiterlesen

iPhone und Google-Handy: So gelingen kostenlose Telefonate übers Internet

Der Markt für Internet-Telefonate gerät in Wallung: Skype wollte an diesem Dienstag sein gleichnamiges Telefonierprogramm als Anwendungen für die Handys iPhone von Apple und G1 von Google veröffentlichen. Damit werden kostenlose Telefonate möglich, sofern man sich mit seinem Handy in einem WLAN-Funknetz befindet und der Gesprächspartner ebenfalls Skype benutzt (egal ob ebenfalls auf dem Handy in einem WLAN eingebucht ist oder am Rechner mit Internetanschluss sitzt). Funktionstüchtig ist diese Technik allerdings bereits bei anderen Anbietern wie friendcaller.com und fring.com.

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Twitter-Experiment: In drei Tagen Followerzahl verdoppelt

Was für ein Quatsch sind Followerzahlen.

Beim Lesern der Tweets von Twitter-Nutzern hat man häufig einen Seitenblick darauf, wie viele andere dem Schreiber folgen. Und wenn man mit den Leuten ins Gespräch kommt, fragt man sich: Findet der auch sonst Beachtung? Folgen dem viele andere? Und bevor man sich jetzt intensiv um einen knackigen 140-Zeichen-Tweet bemüht: Hat der womöglich nur Spammer als Follower? Und irgendwie bei seiner Twitter-Reputation geschummelt?

Seit dem vergangenen Wochenende weiß ich, wie einfach es ist, die Zahl der Follower auf die Schnelle zu verdoppeln. Weiterlesen

Auf den Schirm: Was Freunde empfehlen

Soziale Netze befördern eine neue Lesekultur: selektiver, intensiver, fokussierter Texte konsumieren.

Die Lesegewohnheiten verändern sich. Was wie eine Binsenweisheit nach dem Start des World Wide Web vor 20 Jahren klingt, erfährt im Jahr 2009 eine weitere Wendung: Unter Intensivnutzern des Internets macht sich seit Monaten ein Trend breit, der aufs Neue die Medienwelt verändert. Neue Dienste versuchen den Erkenntnisgewinn durch aufwendig zusammengestellte Webportale zu überbieten. Weiterlesen

Statistik über twitternde Redaktionen

Ich habe einmal versucht, eine Statistik über twitternde Zeitungsredaktionen zusammenzustellen. Das bisherige Datenmaterial liegt bei Google in einer Tabellendatei, und ich bin durchaus bereit, Mitbearbeiter für die Weiterentwicklung dieser Datenbank zuzulassen. Eine Mail an mich genügt. Ziele: Eingabemöglichkeiten für Neueinträge zu verbessern, diese Datenbank auszubauen und aktuell zu halten. Die hervorragenden Vorarbeiten von Leander Wattig sind bekannt, und womöglich über diesen Weg ausbaubar.

[Update 13. April 2009: Mittlerweile hat Mirko Lange bei Talkabout eine Übersicht twitternder Journalisten erstellt, die ihre Zahlen direkt aus der Twitter-API bezieht – daher stets aktuell ist.]

Wer nur mal eben ohne weitere Zuarbeit mit seiner Zeitung in dieser Liste auftauchen möchte, sollte sich bitte einfach unten mit seinen Daten eintragen.

Stand der letzten Prüfung von Neueinträgen: 9. März 2009.

Sie wollen in dieser Liste auftauchen? Dann füllen Sie bitte folgendes Formular aus. Bitte beachten: Aufgenommen werden twitternde deutschsprachige Zeitungsredaktionen. Der unten eingetragene Name des Bearbeiters und die E-Mail-Adresse lassen sich per Google auslesen. Neueinträge stehen nach ca. 5 Minuten automatisch online, allerdings ganz am Ende der Liste. Erst wenn ich oder einer meiner Mitstreiter die Neueinträge prüfen, entsteht das aktualisierte Ranking.


Alle Angaben ohne Gewähr. Betatest.

Recherchierverbot in der Wikipedia

Wikipedia und kein Ende! Wenn eine Zeitung wollte, könnte sie jeden Tag seitenweise Fehler aus der Internet-Enzyklopädie veröffentlichen – was wohl auf Dauer langweilig wäre. Doch die Zahl der Wikipedia-Fehler mit Folgen steigt. Am Freitag berichtete etwa die britische BBC über ihren Premierminister Gordon Brown, der in einer Rede ein falsches Alter des Malers Tizian genannt haben soll. Prompt geißelte ihn der konservative Oppositionsführer dafür im Unterhaus. Weil aber die Wikipedia zu diesem Zeitpunkt die Angaben Browns bestätigte, änderte ein Mitarbeiter der Opposition den entsprechenden Eintrag kurzerhand – was kurz darauf wiederum von anderen Internetnutzern entlarvt wurde. Wahr ist letzten Endes nur, dass Tizian in hohem Alter Bilder gemalt hat, denn nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Quellen weiß man nicht genau, wie alt Tizian geworden ist.

Man muss vielleicht nicht so weit gehen wie der Bremer „Weser-Kurier“: Dort ist in der kompletten Zeitungsredaktion die Wikipedia systemtechnisch gesperrt. Und das bereits seit zwei Jahren, wie ihr neuer Chefredakteur Lars Haider bestätigte. Die Internetsammlung passe nicht zu den Qualitätsansprüchen seines Hauses. „Wir vertrauen dem Internet grundsätzlich nicht. Die Versuchung wäre besonders bei der Wikipedia groß, ihre Inhalte als Wahrheit zu nehmen. Alles was aus dem Internet kommt, wird nachrecherchiert“, behauptet Haider und verwies auf ein Archiv mit fünf Mitarbeitern für diese Aufgabe. Wir wollen mal hoffen, dass die nicht nur googeln – die Suchmaschine ist bei den Bremern freigeschaltet.