Openzine.com und Tabbloid.com: Das Web macht Druck

Hilft beim Gestalten eines eigenen Magazins: Openzine

Es dauert nicht mehr lange, dann bekommen Drucker im Haushalt eine eigene E-Mail-Adresse – und stehen fortan bereit, zu festgelegten Uhrzeiten empfangene PDF-Dateien zu Papier zu bringen. Außerdem wird es über neue Dienste im Web möglich, Magazine zu gestalten.

Das Unternehmen Hewlett Packard hat einen Service im Web gestartet, der aus standardisierten Nachrichten im  RSS-Format vollautomatisch PDF-Seiten herstellt. Zu einer frei einstellbaren Uhrzeit, zum Beispiel rechtzeitig zum Frühstück täglich um 7.30 Uhr, sammelt der Hewlett-Packard-Server (www.tabbloid.com) die jüngsten Nachrichten von unterschiedlichen Angeboten ein, setzt die Texte zu einer PDF-Seite zusammen und verschickt sie dann an die gewünschte Mail-Adresse.

RSS hat sich etabliert

Das funktioniert mittlerweile mit Zehntausenden Webangeboten aus aller Welt. Hintergrund sind die RSS-Feeds im Web: Zusätzlich zu den normalen Webseiten bieten viele Internet-Firmen ihre Angebote im RSS-Speicherformat an – einem Nachrichtenschema, das beispielsweise die Überschrift, den Vorspann und den Haupptteil eines Textes in standardisierter Form enthält. Besondere Gestaltungselemente enthalten die RSS-Feeds nicht mehr: Sie befreien die Inhalte von jedem Schnickschnack, reduzieren sie auf das absolut Wesentliche.

Zum Lesen von RSS-Feeds braucht man besondere Lesesoftware, einen RSS-Reader. Das kann ein E-Mail-Programm, ein Browser wie der Firefox oder eine Software fürs Handy sein. Auch auf dem Bildschirmschoner können RSS-Feeds angezeigt werden. Vorteil für den Anwender: Er kann sich mehrere RSS-Feeds zusammenmixen – den Lokalteil und die Politiknachrichten der HAZ etwa, dazu die wichtigsten Technikmeldungen von Heise.de und auf Wunsch sogar alle Artikel der „New York Times“, in denen künftig die Wörter „Hannover“ oder „Obama“ vorkommen. Die Amerikaner bieten zusätzlich zu ihren 1500 vorgefertigten RSS-Feeds frei einstellbare Feeds auf Suchwortbasis, die man sich kostenlos abonnieren kann, siehe http://j2j.de/ NYTrssSearch.

Nicht alle RSS-Feeds sind vollständig

Einen gravierenden Haken hat die Sache allerdings: Zahllose RSS-Feeds enthalten nicht die vollständigen Artikel, sondern lediglich die Überschrift und die kurze Zusammenfassung – mit der Folge, dass man zum Lesen des gesamten Textes doch wieder auf die Homepage des Artikels gehen muss. Daran krankt auch das Tabbloid-Angebot von Hewlett-Packard. Eine vollständig vom Web gelöste PDF-Seite ist damit noch nicht zu bekommen.

Allerdings steigt die Zahl der RSS-Anbieter, die vollständige RSS-Feeds bereitstellen. Einige steuern sogar Fotos bei – die dann in den Text eingebaut erscheinen. Aufwendig gestaltete Seiten darf man da nicht erwarten.

Für anspruchsvollere Seiten kann man auf den Dienst Openzine.com umsteigen, der ein komplettes Gestaltungsprogramm im Webbrowser bereitstellt – bisher brauchte man für so etwas extra PC-Software.

Fehlt nur noch der Automatismus, die PDFs zu Hause oder bei seinen Lesern zu Papier zu bringen. Druckerhersteller Xerox hat bereits 1999 einen Printserver vorgestellt, der per Mail zugestellte Dokumente automatisch ausdruckt. Heute lassen sich Drucker privat beispielsweise ans DSL-Modem anschließen. Mit entsprechenden Sicherheitseinstellungen versehen, könnte solch ein Drucker auch von außen zugänglich sein: Ricoh hat zwei Drucker angekündigt, die Ausdrucke per Hochladen oder per E-Mail-Zustellung ermöglichen sollen. Zum Schutz vor ausgedrucktem Spam wird dabei eine aufwendige Verschlüsselung der eintreffenden Mails samt Kennwortschutz nötig. Es scheint nicht mehr lange zu dauern, bis die letzten technischen Hürden für solche Modelle überwunden sind.

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