So rockt der Browser! Wie WebApps Software ersetzen

Das Web wird zum Betriebssystem: Immer neue Dienste erledigen direkt im Browserfenster Aufgaben, für die bisher extra Software gekauft oder heruntergeladen werden musste. Ein Überblick über neue „WebApps“ – Software-Anwendungen direkt im Browserfenster.

Pixlr
Pixlr

Adobe Buzzword

Buzzword ist eine Textverarbeitung von Adobe, die beim Erstellen von Dokumenten hilft. Die Gestaltungsmöglichkeiten reichen von einheitlich gestalteten Absätzen über Tabellen bis hin zu eingefügten Bildern. Anschließend lässt sich das Dokument als Word-, OpenDocument- oder als PDF-Datei sichern. Außerdem ist es möglich, an dem Dokument gemeinsam mit anderen Autoren gemeinsam zu arbeiten. Google Docs hat das Prinzip vorgemacht, Adobe Buzzword setzt jedoch anders als die Google-Konkurrenz konsequent auf Flash-Programmierung – mit entsprechend „lecker“ gestalteten Bedienelementen. Besonders bei den verwendeten Schriften setzt Adobe einen neuen Standard. Klassische Internettypographie mit den altbackenen Windows-Fonts ist passé, stattdessen sind ausschließlich die auf Papier besser lesbaren Adobe-Schriften eingebaut. Nachteil der Software: Eine Silbentrennung ist bislang nicht vorgesehen. (http://buzzword.com)

Creately

Creately und Lovelycharts helfen beim Zeichnen von Diagrammen. Damit lassen sich Arbeitsabläufe, Organisationsstrukturen und elektronische Schaltungen veranschaulichen. Aus einem Satz von Elementen kann der Benutzer sich auf einem virtuellen Rechenpapier Quadrate, Symbole, Dreiecke und Logos platzieren und per Verbindungslinien oder Pfeilen miteinander verbinden. Verschiebt er eines der Elemente, wandern die Verbundlinien entsprechend mit. Wer mal eben sein privates Hausnetz darstellen möchte, dürfte damit schnell zu einem Ergebnis kommen. Aber auch für das schnelle Organigramm über die Aufteilung der Arbeitsgruppen in einer Firma taugen beide Programme. Sämtliche Elemente lassen sich beschriften. Creately wirkt dabei noch etwas mächtiger als Lovelycharts, befindet sich derzeit allerdings noch in einer geschlossenen Betaphase – zum Anschauen muss man sich anmelden und dann auf einen Zugangscode warten. (www.creately.com und my.lovelycharts.com)

280 slides

280 Slides ist das teure Microsoft-PowerPoint-Präsentationsprogramm in abgespeckter Fassung, für Besserwisser. Darin lassen sich einfache Präsentationen ohne Zusatzsoftware erstellen, im Web speichern und später bildschirmfüllend vorführen. Eine überschaubare Zahl an Gestaltungsvorlagen ist vorhanden, auch vorhandene Powerpoint-Vorlagen lassen sich, sofern sie nicht zu aufwendig gestaltet sind, importieren und überarbeiten – wobei allerdings Effekte verloren gehen. Das Präsentationswerkzeug ist simpel genug, um Text, Fotos und Videos ansprechend zu zeigen. Auch ein Export der Präsentation als simple Slideshow oder als Video ist möglich. (http://280slides.com)

Slideshare ist der Speicherplatz und die Zeigewebsite für persönliche PowerPoint-Präsentationen. Hier kann man seine PowerPoint-, OpenOffice- und Apple-Keynote-Dateien heraufladen und anschließend bequem vom Browser aus bildschirmfüllend präsentieren – ohne dass auf dem genutzten Rechner tatsächlich PowerPoint oder Co. verfügbar sein müssen. Die Webseite eignet sich besonders dafür, die Präsentationen im Internet zu veröffentlichen und bekannt zu machen, etwa durch Links in E-Mails und auf Webseiten. Wahlweise lässt sich die Slideshow auch auf einen kennwortgeschützten persönlichen Zugang begrenzen. Manche PowerPoint-Effekte bleiben für die Webpräsentation allerdings auf der Strecke. (www.slideshare.net)

Prezi

Prezi verschafft PowerPoint-Präsentationen ein hartes Ende – mit Hilfe dahingeworfener Dokumente, die man auf der Browseroberfläche verstreut wiederfindet und durch Hinein- und Herauszoomen anzeigt. Man wechselt als Präsentator ständig zwischen dem Blick aufs große Ganze und das wichtige Detail. Für die „etwas andere Präsentation“, ohne zu sehr von Gepflogenheiten abzuweichen, scheint das Angebot einen Versuch wert. (http://prezi.com)

Pixlr

Pixlr zaubert ein kleines, mächtiges Bildbearbeitungsprogramm à la Photoshop ins Browserfenster – mitsamt den wichtigsten Fertigkeiten zum Verbessern von Bildern. Ein neuer Ausschnitt, korrigierte Farben, Verminderung des Rote-Augen-Effektes bei geblitzten Bildern, Freistellen von Personen vor weißem Hintergrund, das alles und noch mehr ist mit Pixlr möglich. Auch unterschiedliche Bildebenen und Text-in-Bild-Kompositionen lassen sich bearbeiten. Fürs schnelle Bildbearbeiten und Veröffentlichen im Web taugt die Software allemal, gespeichert werden die Bilder ausschließlich auf der lokalen Festplatte. (www.pixlr.com, einen alternativen Blick mit weniger Möglichkeiten, aber einfacherer Bedienung lohnt www.picnik.com)

Friendcaller

Friendcaller: Skype ist ja schön und gut, lässt sich damit doch bequem und günstig übers Internet telefonieren. Voraussetzung allerdings ist die Installation der Skype-Software. Wer die nicht hat und auch nicht installieren darf, sollte einmal friendcaller ausprobieren. Hier läuft das Telefonierprogramm komplett im Browser, ohne Hilfe irgendwelcher Erweiterungen. Voraussetzungen: In der Firma muss das hauseigene Rechenzentrum bestimmte Ports auch für Javaanwendungen freigeschaltet haben, und der Gesprächspartner muss ebenfalls bei Friendcaller registriert und bei Gesprächsbeginn übers Festnetzinternet (nicht Mobilfunkinternet) angemeldet sein. Dann klappen sogar kostenlose Telefonate von und zu iPhone-Nutzern. Die Unterscheidung zwischen Festnetz- und Mobilfunkinternet ist eine Erfindung der Deutschen Telekom vom Dienstag. Damit sollen kostengünstigere Telefonate per Friendcaller und Konkurrenten wie Skype oder Fring unterbunden werden. (http://friendcaller.com)

PDFVue gelingt es, PDF-Dateien in manchen Details zu überarbeiten – nicht mehr und nicht weniger. Normalerweise braucht man für die Korrektur von PDF-Dateien entweder das Originaldokument oder das teure Adobe Acrobat Professional. Mit dieser Website ist der eine oder andere ärgerliche Schreibfehler im PDF schnell korrigiert, ohne auf die Profisoftware zurückgreifen zu müssen. Hochladen, überarbeiten, herunterladen, so geht’s. Zeilenumbrüche werden bei längeren überarbeiteten Passagen allerdings nicht berücksichtigt – Tippex für PDFs ist das, aber manchmal braucht man das. (www.pdfvue.com).

Zemanta hilft Textarbeitern dabei, ergänzendes Material zu einem Text zu finden – etwa Fotos, weiterführende Links oder Videos. Man nimmt seinen Text, kopiert ihn in die Seite, und Zemanta erstellt dazu die zumeist passende weiterführende Information, die man bei Veröffentlichungen im Internet erwartet. Hilfreich und funktionstüchtig ist das allerdings derzeit nur bei englischen Texten – deswegen sollte man seinen Text vorher per translate.google.com grob ins Englische übersetzen lassen. Dass dabei keine filigranen Übersetzungen und auch nicht immer die „richtigen“ weiterführenden Links herauskommen, dürfte klar sein. Für gute Vorschläge zum Anreichern des eigenen Textes mit weiterem Material taugt der Dienst aber allemal. (www.zemanta.com)

Zoho

Zoho macht aus den oben nur angedeuteten Möglichkeiten von Webprogrammen ein Geschäft. Das Unternehmen versammelt die in vielen Büros nötigen Programme komplett im Browser. Dazu zählen E-Mail, Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, Präsentation, Dokumenteverwaltung, Wiki, Kalender, Chat. Alles das und noch mehr ist im Browser zugänglich und für eine kleine Firma, die nicht gleich mit großen Softwareanschaffungen starten möchte, einen Versuch wert. Auch Programme zum Projektmanagement, für Zeitnachweise und einfache Verwaltung von Datenbanken sind möglich. Wer das ernsthaft nutzen möchte, wird um die kostenpflichtigen Bestandteile des Dienstes nicht herumkommen und bei intensiver Nutzung eine monatliche Gebühr zahlen müssen. (www.zoho.com)

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