Was weiß das Netz über Dich? Immer mehr

yasni.deEs ist nicht mehr aufzuhalten. Immer mehr persönliche Daten werden immer zuverlässiger total erfasst und archiviert; die jüngste Sammelstelle: www.yasni.de verspricht eine Personensuchmaschine mit, wie es heißt, vielen Möglichkeiten. Das Besondere, und das ist neu: Die Menge der über jemanden veröffentlichten Daten wird zusehends fremdbestimmt.

Nach dem Motto „Was weiß das Netz über Dich?“ spezialisiert sich yasni.de auf Informationen über Menschen. Was jemals im Internet von einem eingetragen wurde, wird so leichter für andere zugänglich.

Gut, das gab’s bisher auch schon über Google & Co. Doch neue Dienste wie yasni.de erweitern durch Mesh-Ups, also Zusammenstellungen von Datenfundstellen, die Recherchemöglichkeiten für künftige Arbeitgeber, Geschäftspartner und Liebhaber: Sie sammeln die verfügbaren Daten bei anderen Diensten intelligent mit ein. Sie ergänzen persönliche Fotos aus Flickr-Alben von anderen. Sie ergänzen die Amazon-Informationen über bevorzugte Bücher. Und sie sortieren ohne weiteres Zutun des Betroffenen im Zeitpunkt der Abfrage anderer die „relevanten“ Informationen: Denn wenn jemand nach Hans Meier in Hamburg sucht, kann er mit einigem Menschenverstand relativ schnell aus allen Fundstellen von yasni.de den „richtigen“ Hans Meier herausfinden – und so für künftige Suchen anderer die falschen Treffer aussortieren. Da werden dann auch solche Fundstellen wie von www.betrunkene-dekorieren.de auffindbar gemacht – wehe für jeden, der sich irgendwo als Fahrer bewirbt.
So entsteht noch einmal beschleunigt ein datenschutzfreies Menschennetz, ein für jedermann recherchierbarer weltweiter und unstoppbarer Datenspeicher über Kollegen, Freunde, Feinde und Co. Die Macher hinter den Diensten wie yasni.de fühlen sich dennoch nicht für die veröffentlichten Inhalte verantwortlich, denn in der Praxis kommen die Daten von anderen Servern. yasni.de sammelt sie lediglich ein, übernimmt das Zusammenstellen ad hoc auf Basis der gewünschten Anfrage. Und der Dienst erlaubt anderen, die Daten über Freunde und Feinde zusammenzustellen, zu ergänzen, zu bereinigen, zu korrigieren – und auch zu fälschen.

Diese möglicherweise ungewünschten Daten dann zu korrigieren, dürfte mühsam werden und schwer fallen. Vielfach hängt es vom guten Willen des Betreibers einer Datenwebsite ab, ob er bereit ist, auf den Löschen-Wunsch Betroffener zu reagieren.

Einfacher ist es wahrscheinlich, schon vorher zurückhaltend dabei zu sein, eigene Daten zu veröffentlichen. Das fällt allerdings schwer, wenn potentielle Geschäftspartner über soziale Netzwerke wie Xing Kontakt aufnehmen. Denn erstmal wird es auch von vielen erwartet, in solchen Diensten präsent zu sein, das galt für manche einige Zeit lang und gilt noch als hipp.

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